Fotos: Klaus-Peter Schillig
Europäische Tage des Kunsthandwerks 2025
Zum zweiten Mal hat sich die Alte Lederfabrik in Halle an den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks (ETAK) beteiligt. Drei Tage lang – von Freitag bis Sonntag – konnten Besucherinnen und Besucher hinter die Türen der Ateliers blicken, mit den Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch kommen und die Vielfalt des Schaffens im Haus erleben.
Weniger Trubel, mehr Begegnung
Der große Besucheransturm wie bei der Premiere im Vorjahr blieb diesmal aus. Bei bestem Garten- und Ausflugswetter nutzten viele den Sonntag für ihren Besuch in der Lederfabrik. Doch genau das machte den besonderen Reiz der Veranstaltung aus: In entspannter Atmosphäre entstanden intensive Gespräche, Einblicke in Arbeitsprozesse und spannende Begegnungen im Innenhof.
13 kreative Köpfe
Insgesamt 13 Künstlerinnen und Künstler präsentierten ihre Werke – ein krankheitsbedingter Ausfall war zu verkraften. Einige stellten gemeinsam aus, andere nutzten ihre eigenen Räume. Für die Gäste bedeutete das: eine große Bandbreite an Eindrücken, vom ersten Atelierbesuch bis hin zu spontanen Einblicken in ganz unterschiedliche Arbeitsweisen.
Ein Beispiel ist Anastasia Buller, die seit fünf Jahren mit Pflanzenstrukturen arbeitet und diese in großformatigen Bildern eindrucksvoll umsetzt. Als Vorlagen dienen ihr Fachbücher oder sogar eigene Mikroskopien – bis in die Zellstrukturen hinein. Sogar Pflanzenerkennungs-Apps „erkennen“ ihre Collagen.
Neue Gesichter in der Lederfabrik

Auch Jörn-Peter Lorenz und Nicola Steffen waren erstmals bei den ETAK dabei. Beide richten gerade ihr gemeinsames Atelier ein, das zugleich auch Galerie werden soll.
- Jörn-Peter Lorenz hat sich der künstlerischen Metallbearbeitung verschrieben. Sein Material findet er meist auf Schrottplätzen – und haucht dem, was andere wegwerfen, neues Leben ein. Nach vielen Jahren in der Altenpflege und Sozialarbeit widmet er sich nun hauptberuflich seiner Kunst.
- Nicola Steffen ist vielseitig aktiv: Sie betreibt ein weiteres Atelier in Rietberg, gibt Kunstkurse und leitet das Kunstatelier des Wertkreises, in dem Menschen mit Behinderungen künstlerisch tätig werden.
Ausblick: Frühlingserwachen
Dass sich das Besucherinteresse etwas verlagert hat, liegt auch am Veranstaltungskalender: Das „Frühlingserwachen“, das 2024 ausfallen musste, findet in diesem Jahr wieder statt – am 26. und 27. April. Mit noch mehr Ausstellern, offenen Ateliers, Musik und Kulinarischem wird es der nächste große Höhepunkt in der Alten Lederfabrik.

