Fotos: Klaus-Peter Schillig/ Haller Zeitung
Wo einst Leder produziert wurde, schlägt heute das kreative Herz der Stadt. Seit dem Ende der Lederproduktion 1993 hat sich die Alte Lederfabrik an der Alleestraße zu einem lebendigen Ort für Kunst, Handwerk und Handel entwickelt. Mit einem klaren Konzept, gezielten Investitionen und neuen Projekten möchte Eigentümerin Sandra Fehrenkötter das Besuchererlebnis weiter ausbauen – und die Alte Lederfabrik als festen Bestandteil der Industriekultur in Halle etablieren.
„Mein Ziel ist es, noch mehr professionelle Künstler:innen hier anzusiedeln, die vor Ort arbeiten und für Besucher erlebbar sind“, erklärt Fehrenkötter. „Niemand soll hier vor verschlossenen Türen stehen.“
Vom Produktionsende zum Kreativstandort
Als 1993 die Lederproduktion aufgrund der Verlagerung ins Ausland endete, entschloss sich Fehrenkötters Vater, Jens-Michael Güttgemanns, die leeren Hallen an kleine Gewerbetreibende und Künstler zu vermieten. Heute arbeiten hier über 30 Künstler:innen verschiedenster Disziplinen – ergänzt durch Handwerker, Händler und Spezialitätenläden.
Vielfalt unter einem Dach
Die Alte Lederfabrik bietet auf 9.000 Quadratmetern Nutzfläche – verteilt auf drei Etagen – Ateliers, Werkstätten, Studios, Gewerbeflächen und kreative Treffpunkte. In der „Flurgalerie“ sind Werke der ansässigen Künstler:innen zu sehen, von Malerei über Fotografie bis hin zu Skulpturen.
Jeden Samstag von 11 bis 16 Uhr öffnet der ArtWalk die Türen zu den Ateliers, ergänzt durch jährliche Highlights wie das Frühlingsfest „Frühlingserwachen“ und den herbstlichen Kunst- und Designmarkt „Unikat Halle“.
Neue Impulse & starke Partner
Zu den kreativen Zugpferden gehört die Galerie „Art 64“ des Metallgestalters Christoph Kasper, die eigene Ausstellungen und Kooperationen mit benachbarten Künstler:innen anbietet. Neu hinzu kommt Dirk Groß, Künstler und Galerist, der 800 Quadratmeter im Erdgeschoss bezieht und dort Galerie, Atelier und Rahmenwerkstatt vereinen wird. Auch ein Holzbildhauer steht als neuer Mieter bereit.
Investitionen in die Zukunft
Mehr als eine halbe Million Euro – inklusive einer 100 kW Photovoltaikanlage – wurden in den vergangenen Jahren investiert, um Auflagen zu erfüllen und das Gebäude für Besucher sicher zu machen. „Jetzt sind alle Genehmigungen durch, die baulichen Voraussetzungen geschaffen“, so Fehrenkötter. „Das gibt uns die Freiheit, noch mehr Veranstaltungen und Ausstellungen zu realisieren.“
Lebendiges Zentrum für Halle
Mit ihrem historischen Charme, der kreativen Gemeinschaft und einem offenen Konzept hat sich die Alte Lederfabrik zu einem zentralen Treffpunkt für Kunst- und Kulturinteressierte in Halle entwickelt. Wer Teil dieser besonderen Atmosphäre werden möchte, findet hier noch freie Flächen für künstlerische und kreative Projekte.

